Stilfser Joch

Am letzten Wochenende im Juni 1999 waren wir zum Tourer-Treffen in Serfaus. Wir, das heisst Karl 1, Diddl und Ulli aus Bayern, Karl 2 aus Senftenberg, Rüdiger und Günni aus Hamburg, Thomas, Eckhard und noch ein paar Freunde aus ganz Deutschland. Wir hatten am Freitag abgemacht, dass wir Sonnabend zum Stilfser Joch fahren wollen. Am Sonnabend nach dem Frühstück trafen wir uns auf dem Zeltplatz.

Nach kurzer Wartezeit war dann auch der letzte Biker vom WC zurück (ca. 2 km entfernt). Nur zur Information, es war Karl 2.

Dann konnten wir endlich starten. Wir fuhren durch die wunderbare Bergwelt Tirols, überquerten den Reschenpass, vorbei am Reschen-See mit der im Wasser stehenden Kirche, die wohl jeder der hier schon mal war fotografiert hat. Weiter ging es Richtung Italien. Ab hier fuhren wir nur noch bergab durch tolle Kurven und eine noch tollere Landschaft. Leider ist hier immer recht viel Verkehr und wir mussten doch sehr konzentriert und umsichtig fahren. Irgendwann ging es dann rechts ab in Richtung Stilfser Joch. Für mich als Nordlicht ein sehr merkwürdiges Gefühl, denn jetzt hatte ich über 2000 Höhenmeter und 48 Spitzkehren zu überwinden. O.K., bei uns im Norden gibt es auch gewaltige Steigungen, immerhin ist der Elbdeich über 9 Meter hoch und das ist auch nicht ohne! Aber jetzt ging es richtig los.

Ulli mit ihrer Vt 500 vorweg und ich mit meiner XJ 900 hinterher. Ich kann nur allen Nordlichtern, die noch nie in Bayern waren sagen:"Leute, ihr habt bis jetzt echt was verpasst!". Als ich die Schwierigkeiten (wenig Luft = wenig Leistung) überstanden hatte, wurde ich vom Betrieb auf der Passhöhe fast erschlagen. Hier oben war mehr los als am Sonnabend auf der Reeperbahn! Wir stellten die Bikes ab, sahen uns etwas um


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und kauften die üblichen Souveniers (Aufnäher für die Kutte, Aufkleber fürs Bike und einen Pin für die Mütze). Dann war es Zeit für eine Pause. Wir fanden einen schönen Platz neben einem kleinem Schneefeld (Ende Juni) und liessen uns den Spezi schmecken.

Nach einer Stunde ging es dann über den Umbrailpass in Richtung Schweiz. Nach Auskunft meines Freundes Diddl ist das die leichtere Abfahrt und auch als "Nordlicht" problemlos zu schaffen. Und überhaupt könne man da alles überblicken und es gäbe auch keine unübersichtlichen Kurven. Leute, ich sage euch, der DIDDL HAT NICHT GELOGEN! Es war sowas von übersichtlich! Man konnte von ganz oben bis ganz unten sehen uns es gab keinen richtigen Asphalt, nur sehr fest gefahrenen Schotter. Nachdem ich in der ersten Kurve über einen etwas grösseren Stein gefahren war und verdächtig weit in Richtung Abgrund rutschte, fuhr ich gaaaaanz langsam weiter. Ich möchte nur noch erwähnen, dass ich von der Abfahrt vor lauter Schiss leider keine Bilder machen konnte. Sorry, aber vielleicht beim nächsten Mal. Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin dann etwa 20 Min. nach den Anderen unten schweissgebadet angekommen und fand es dann doch noch absolut schön. Nach einer kleinen Regenerierung ging es dann wieder zurück nach Serfaus.

Aktualisiert 14.01.2008