Tourer-Treffen in Beilngries im Altmühltal 1997

Am Samstag, den 21. Juni 1997, trafen Bernd und ich uns um 10 Uhr bei Louis in Hamburg.

Wir besorgten noch ein paar Kleinigkeiten und haben schnell noch eine Wurst am Imbiss gegessen (selbstverständlich!). Nun ging es los in Richtung Altmühltal. Übrigens, Bernd sagt noch immer, ich wäre voll receyclingfähig gewesen. Nur weil ich in meinem gelben Regenkombi aussah wie ein gelber Müllsack, was ich logischerweise strickt abstreite. Bernd konnte aber, wie ich das sehe, im Stehen sein automatisches Kettenschmiersystem (dazu später mehr!) reparieren. Also ging es bei strömendem Regen Richtung Süden. Kurz hinter Hannover war die erste Rast fällig. Das hiess auch, erstmal Regenkombi ausziehen und was essen. Das war nach so einer "Riesenetappe" auch dringend nötig. Ansonsten nur ein bischen klönen und weiter. Nach ca. 50 km war wieder Regenkombi angesagt. Kurz vor Kassel machten wir dann auf einem Rastplatz ab:"Am Rasthof tanken wir." Gesagt, getan. Der Rasthof kam (ist Quatsch, er kam nicht, sondern wir fuhren auf ihn zu). Ich bog ab und Bernd düste natürlich vorbei. Für mich hiess es also, schnell tanken, eine Flasche Wein öffnen (nicht für mich, sondern für ein paar junge Leute, die keinen Korkenzieher hatten). Als anständiger Biker besitzt "Mann", ist ja klar, ein Schweizermesser. Dann wieder rauf aufs Motorrad und hinter Bernd her. Nach ca. 2 km stand er unter einer Brücke und unterhielt sich mit einem äusserst freundlichem Menschen von der "Grün-weissen Rennleitung", der eigentlich der Meinung war, das der Randstreifen unter einer Brücke nicht unbedingt ein geeigneter Parkplatz ist (er hatte ja Recht, aber der Regen!). Als ich bei den beiden ankam, ging es dann aber ohne Punkte in Flensburg weiter. Wie gesagt, der Beamte war sehr freundlich. Wir hatten übrigens mit unserem Freund Jürgen aus Erfstadt abgemacht, dass wir uns am Sonntagmorgen in Würzburg treffen. Für uns bedeutete das, in der Nähe von Würzburg einen Campingplatz suchen und bei Regen Zelt aufbauen. Ebenfalls bei Mistwetter das Zelt auch wieder abbauen und uns dann um 11 Uhr mit Jürgen treffen. Diese Abmachung war aber hinsichtlich der doch sehr feuchten Wetterlage hinfällig geworden. Also, nächste Raststätte anfahren, meine mir Angetraute anrufen und sagen, sie möchte bitte Jürgen benachrichtigen, wir fahren durch nach Beilngries. Hat übrigens sehr gut funktioniert. Zum Regen noch ein paar Worte: ich habe es noch nie erlebt, dass mich ein Lamborgini mit 60 km/h überholt, es kaum schafft und noch fast ins Schleudern gerät. Manchmal sah die Autobahn eher wie eine Wasserstrasse aus. Wir haben es dann schliesslich doch ins Altmühltal geschafft. Um 22 Uhr waren wir am Campingplatz "An der Altmühl", Eintragungsschluss war um 21.30 Uhr. Wir hatten aber Glück, der Wirt und Platzwart hat uns noch einen Zeltplatz zugewiesen, obwohl sich um unsere Stiefel schon ein kleiner See auf dem Teppichboden im Büro gebildet hatte (vielleicht lag es am erbärmlichem Aussehen zweier total durchregneter Biker). Jetzt nur noch schnell das Zelt aufbauen, etwas essen und in der Campingplatzkneipe noch ein Gute-Nacht-Bier trinken, dann ab in den Schlafsack und innerhalb von 3 Minuten einschlafen. Am nächsten Morgen um 9 Uhr war Frühstück angesagt. Wir waren gerade gesättigt, da kam Jürgen auch schon angedonnert. Er war schon recht früh losgefahren und gut durch den Regen gekommen. Nach der Begrüssung wurde sein Zelt aufgebaut und in der Aufenthaltshütte das Wiedersehen gefeiert. Was sollte man bei strömendem Regen auch sonst machen. Da sich aber am Nachmittag ein paar Radfahrer (das sind die, die ohne Motor und mit eigener Kraft durch die Gegend fahren) einfanden, räumten wir das Feld, damit sie ihre total durchnässten Sachen aufhängen konnten. Wir bauten uns aus einer mitgebrachten Plane, den Motorrädern und eines auf dem Platz stehendem Infoschildes einen Unterstand.

So sassen wir wenigstens trocken. Der einzige Fehler war, dass unser Sitzplatz genau vor dem Zelt eines älteren Pärchens aus Holland war. So kam was kommen musste, die Herrschaften gingen auf ihr Zelt zu und hatten schon den nackten Hass in den Augen. Entsprechend war auch ihre Reaktion. Sie wiesen uns recht barsch darauf hin, das die Fläche zu ihrem Platz gehört und wir unseren Unterstand sofort zu räumen hätten. Das haben wir auch schnellstens getan. Jürgen hatte aber in der Eile leider vergessen, dass seine zwanzig Jahre alte BMW doch beim Anlassen sehr stark qualmt und eine riesige Öldampfwolke produziert, die sich bedingt durch den Standort direkt in das Zelt unserer holländischen Nachbarn verzog. Das war nun auch wieder nicht in Ordnung (aus der Sicht der Holländer). Wir entschuldigten uns und sassen im Regen, der sich aber Gott sei Dank bald für den Rest des Tages verzog. Ich bin der Meinung, die Abreise der Holländer am nächsten Morgen lag an diesem Erlebnis. Meine Bikerkollegen meinten aber, es läge an meiner doch etwas lauteren Schlafweise. Das bestreite ich natürlich stark, denn ich habe noch nie etwas davon gehört. Der Tag wurde dann noch sehr schön. Nach der Morgentoilette und dem Frühstück musste Bernd ersteinmal sein automatisches Kettenschmiersystem reinigen, was sich in den nächsten Tagen noch einigemale wiederholen sollte.

Denn manchmal kam zuviel Öl, dann zuwenig, dann garkeins. Bernd aber hatte seinen Spass und das ist das Wichtigste. Er lag mal neben, mal unter, mal über seinem Bike und hatte immer etwas zu tun. Wir machten in den nächsten Tagen einige sehr schöne Touren im Altmühltal. Wir fuhren nach Regensburg zur Walhalla,

zum Kloster Weltenburg, zur Ruhmeshalle bei Kehlheim und nach Eichstätt. Mittlerweile waren auf dem Campingplatz noch zwei Pärchen aus Hannover und Türkheim eingetroffen, die sich uns anschlossen und mit uns unterwegs waren. So wurde es dann auch Freitag, der Tag an dem das Tourertreffen begann. Abends, nach der Begrüssung durch den neuen Chefredakteur Walter Gottschick, wurden viele Benzin-Gespräche geführt und wunderschöne Dias gezeigt. Am nöchsten Tag war Motorradrallye angesagt, an der auch sehr viele Biker teilnahmen und dadurch die Umgebung kennenlernen konnten. Abends fand die Siegerehrung und eine Verlosung unter allen Teilnehmern statt. Es gab wieder viele Preise, unter anderem Reisen, Bücher und anderes nützliches Biker-Zubehör. Dann noch eine Diashow und wir liessen den Abend bei einem, oder auch zwei Bier ganz gemütlich ausklingen.

Zum Treffen sei noch gesagt, es ist wunderbar gelaufen. Die Organisation war einfach perfekt! Die Organisatoren hatten sogar pünktlich zum Beginn noch das richtige Wetter bestellte und somit bei allen Teilnehmern für ein super Wochenende gesorgt. Am Sonntag wurde gepackt, man verabschiedete sich und jeder gab sein Versprechen im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.


Aktualisiert 02.01.2007